Neue Therapieoption für Herzpatienten: Alexianer Klinikum Hochsauerland versorgt ersten Patienten mit winzigem kabellosen Herzschrittmacher
, Alexianer Klinikum Hochsauerland
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Ein Herzschrittmacher, der vollständig im Herzen sitzt und ohne den bei herkömmlichen Systemen üblichen Hautschnitt sowie der sonst notwendigen Verbindungskabel zum Herzen auskommt: In der Klinik für Kardiologie des Alexianer Klinikum Hochsauerland ist jetzt erstmals ein Patient erfolgreich mit dem neuartigen elektrodenlosen Herzschrittmacher AVEIR VR versorgt worden. Das nur wenige Zentimeter kleine Hightech-System stellt einen bedeutenden Meilenstein in der modernen Schrittmachertherapie dar. Es bietet insbesondere für ausgewählte Patientinnen und Patienten, die unter einem verlangsamten Herzschlag leiden, eine besonders schonende Behandlungsalternative.
Wenn das Herz dauerhaft zu langsam schlägt oder zeitweise aussetzt sprechen Mediziner von einer Bradykardie. Ursache können beispielsweise Erkrankungen des natürlichen Taktgebers des Herzens, des sogenannten Sinusknotens, oder Störungen der elektrischen Reizweiterleitung zwischen Vorhöfen und Herzkammern sein. Für Betroffene geht der verlangsamte Herzschlag oft mit Schwindel, chronischer Müdigkeit, Leistungsschwäche, Atemnot oder sogar plötzlichen Ohnmachtsanfällen einher. Ein Herzschrittmacher überwacht den Herzrhythmus und gibt bei Bedarf elektrische Impulse ab, damit das Herz ausreichend schnell schlägt.
Bei herkömmlichen Systemen wird ein Schrittmacheraggregat unter der Haut im Brustbereich platziert. Von dort wird das Signal über dünne Kabel (Elektroden) zum Herzmuskel geführt. Das neuartige AVEIR VR-System bündelt sämtliche Elektronik und Batterie in einer winzigen Kapsel, die mit einer Länge von 38 mm kleiner ist als eine herkömmliche AAA-Batterie. Diese Kapsel wird über einen Katheter in einem minimalinvasiven Eingriff über die Leiste direkt in die rechte Herzkammer eingesetzt und dort mit einer kleinen Schraube sanft fixiert.
„Mit dem Wegfall von transvenösen Elektroden und der chirurgischen Schrittmachertasche unter der Brustwand reduzieren wir das Risiko von möglichen Komplikationen spürbar“, erklärt Qutaiba Alhamawi, Sektionsleiter Elektrophysiologie der Klinik für Kardiologie. „Dank einer integrierten Messfunktion können wir vor der endgültigen Fixierung die elektrischen
Signale an verschiedenen Stellen prüfen und die optimale Position millimetergenau bestimmen. Ein weiterer großer Vorteil: Sollte sich die Therapie im Laufe des Lebens ändern, lässt sich das System jederzeit umpositionieren oder vollständig wieder entfernen. Unser engagiertes Team im Herzkatheterlabor hat bei dieser Premiere hervorragende Arbeit geleistet.“
Neben der schonenden Einbringung zeichnet sich das System durch eine geschätzte Batterielebensdauer von mehr als 17 Jahren aus, während herkömmliche Systeme nicht selten schön viel früher ausgetauscht werden müssen. Zudem ist der Schrittmacher von außen weder tastbar noch sichtbar, hinterlässt keine Narben am Brustkorb und ermöglicht Betroffenen eine schnelle Rückkehr in einen aktiven Alltag.
„Unser Anspruch ist es, unseren Patientinnen und Patienten im Sauerland stets modernste, individuell abgestimmte Therapieverfahren auf universitärem Niveau anzubieten“, betont Dr. med. Daniel Gießmann, Chefarzt der standortübergreifenden Klinik für Kardiologie im Alexianer Klinikum Hochsauerland. „Die erfolgreiche Erstimplantation des AVEIR VR ist ein wichtiger Schritt für den kontinuierlichen Ausbau unserer Elektrophysiologie und Kardiologie. Unser Ziel ist nicht, bewährte Verfahren pauschal zu ersetzen, sondern unseren Patientinnen und Patienten je nach Erkrankung und persönlicher Situation die jeweils bestmögliche Therapie anbieten zu können. Die elektrodenlose Schrittmachertherapie gibt uns dafür eine zusätzliche innovative Option.“