Das minimalinvasive Katheterverfahren kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten dazu beitragen, den Blutdruck zusätzlich zu senken, wenn konventionelle Maßnahmen und Medikamente allein nicht ausreichend wirken.
Durchgeführt wird die Behandlung in enger Zusammenarbeit der Klinik für Kardiologie mit der Klinik für Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie. Das Alexianer Klinikum Hochsauerland strebt zudem die Zertifizierung als Renales-Denervations-Zentrum an.
Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Volkskrankheiten. In Deutschland war im Jahr 2024 nahezu jede dritte Person ab 20 Jahren betroffen. Dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Nierenschäden. Besonders anspruchsvoll ist die Behandlung, wenn der Zielblutdruck trotz einer konsequenten medikamentösen Therapie nicht erreicht wird.
Bei der renalen Denervierung wird über einen Katheter gezielt auf Nervenfasern an den Nierenarterien eingewirkt, die an der Regulation des Blutdrucks beteiligt sind. Ziel ist es, eine überaktive Signalübertragung zwischen Niere und sympathischem Nervensystem zu dämpfen und dadurch eine zusätzliche Blutdrucksenkung zu erreichen. Das Verfahren ersetzt die medikamentöse Behandlung nicht grundsätzlich, kann aber für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine ergänzende Therapieoption sein.
„Mit der renalen Denervierung können wir Patientinnen und Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck ein zusätzliches, modernes Behandlungsverfahren anbieten“, sagt Dr. med. Daniel Gießmann, Chefarzt der Klinik für Kardiologie. „Entscheidend ist dabei eine sorgfältige Diagnostik: Wir prüfen genau, ob tatsächlich eine therapieresistente Hypertonie vorliegt, ob die bisherige Behandlung ausgeschöpft ist und ob der Eingriff für den einzelnen Patienten medizinisch sinnvoll ist.“
„Die Behandlung erfordert ein eingespieltes interventionelles Team und viel Erfahrung im Umgang mit den Nierengefäßen“, betont Dr. med. Alexander Ranft, Chefarzt der Klinik für Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie. „Gerade die enge Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Interventioneller Radiologie ist ein wichtiger Baustein, um Patientensicherheit, präzise Durchführung und eine hochwertige Nachsorge zu gewährleisten.
Für Patientinnen und Patienten kann das neue Angebot vor allem dann von Bedeutung sein, wenn trotz konsequenter Einnahme mehrerer Medikamente und Lebensstilmaßnahmen weiterhin zu hohe Blutdruckwerte bestehen oder Medikamente nicht ausreichend vertragen werden. Ein dauerhaft besser eingestellter Blutdruck kann helfen, Folgeerkrankungen vorzubeugen und die langfristige kardiovaskuläre Prognose zu verbessern. Ob die renale Denervierung im Einzelfall geeignet ist, wird am Alexianer Klinikum Hochsauerland nach ausführlicher Diagnostik, Bewertung des individuellen Risikos und gemeinsamer Entscheidungsfindung mit den Betroffenen geprüft.