„Fast Track“ – Abgestimmtes Programm unterstützt rasche Genesung
, Alexianer Klinikum Hochsauerland
„Innerhalb einer Woche hatte ich einen Termin“, erinnert sich Martin Stockhausen und konnte sich auf ein gut etabliertes Programm der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie um Chefarzt Prof. Dr. med. Ralf Czymek verlassen, das „Fast Track“ genannt wird
Der Schreck saß tief bei Martin Stockhausen (58) aus dem Sauerland: Beim morgendlichen Toilettenbesuch bemerkte er Blut im Stuhl. Auf die erste Untersuchung beim Hausarzt folgte die Überweisung ins Alexianer Klinikum Hochsauerland. Am St. Walburga-Krankenhaus in Meschede konnte ein sogenanntes tiefes Rektumkarzinom, ein bösartiger Tumor im Enddarm, diagnostiziert werden. Doch statt in ein großes Loch zu fallen, ging alles ganz schnell, zur Operation suchte Martin Stockhausen das Karolinen-Hospital in Hüsten auf, das einzige Haus im Hochsauerlandkreis, das die Anforderungen der Krankenhausplanung für diese Operation erfüllt. „Innerhalb einer Woche hatte ich einen Termin“, erinnert sich Martin Stockhausen und konnte sich auf ein gut etabliertes Programm der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie um Chefarzt Prof. Dr. med. Ralf Czymek verlassen, das „Fast Track“ genannt wird. Das Programm setzt auf eine intensive Vorbereitung der erforderlichen Operation mit viel Eigeninitiative und einer mindestens genauso intensiven Nachsorge. Dabei arbeitet Fast Track mit einer engmaschigen Begleitung der Patient*innen.
Erläuterungen zum Programm „Fast Track“, seinen Zielen und Hintergründen hatte Martin Stockhausen aus einer Broschüre erhalten, die es gleich zum ersten Gespräch gab und die alle Abläufe vor, während und nach der Operation beschreibt. „Ich fühlte mich sofort gut aufgehoben, man hat sich für mich Zeit genommen und die gestellten Fragen beantwortet“, sagt Stockhausen zufrieden. Neben den Gesprächen mit dem Chefarzt war vor allem eine so genannte „Fast Track Nurse“ an der Vorbereitung der Operation beteiligt und kümmerte sich auch danach weiter intensiv um den Patienten. Vanessa Besler und Silke Elsner koordinieren als speziell für das Programm geschulte Pflegefachkräfte den Ablauf von der Vorbesprechung bis zur Nachsorge bei den Patient*innen. Denn die Anwendung des Programms erfolgt stets individuell und holt die Angehörigen der Patient*innen mit ins Boot.
Das Programm „Fast Track“ läuft bereits seit Februar 2026 erfolgreich an der Klinik von Chefarzt Prof. Czymek. „Ziel des Programms ist die schnelle Mobilisierung der Patientinnen und Patienten zur Vermeidung von Komplikationen“, erklärt der Chefarzt. Und so setzt das Programm schon vor der Operation an: Die spezielle Vorbereitung für den Eingriff hat die Bewegung und Ernährung der Patient*innen konkret im Blick. Und auch nach der Operation folgen die standardisierten Abläufe des Programms dem Ziel, die Patient*innen schnell wieder mobil und vor allem selbstständig zu machen. Eine lange Bindung an das Krankenbett oder Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme nach der Darmkrebs-OP gehören der Vergangenheit an, wie auch Martin Stockhausen erfahren hat. „Das ging alles ganz schön flott, schon am Tag nach meiner OP bin ich Treppen gelaufen“, so Stockhausen.
Die Info-Broschüre zum Fast Track Programm habe ihm dabei die Zusammenhänge für eine schnelle und gute Genesung verständlich erklärt.
An seiner Genesung hat Martin Stockhausen selber aktiv und intensiv mitgewirkt. „Mit dem ersten Gespräch habe ich auch Hausaufgaben zur Vorbereitung bekommen“, schmunzelt der Patient. Und direkt nach der OP sei er zur Bewegung motiviert worden. „Ich habe alles sehr ernst genommen – und es hat sich gelohnt“, sagt er rückblickend. In vielen positiven Gesprächen mit den Fast Track Nurses sowie Mitarbeitenden des Sozialdienstes seien persönliche Bedenken und Sorgen besprochen worden. Von der individuellen Tumorkonferenz bis zur Begleitung der Genesung durch die Physiotherapie und den Sozialdienst war alles sehr stimmig für Martin Stockhausen.
„Es sind die vielen kleinen Dinge, die sich positiv auf die Genesung auswirken. Die Summe der Maßnahmen im Programm macht es aus“, erklärt der Leiter der Sozialdienste am Klinikum, Achim Aderholz. Die Anwendung des Programms zeige gute Erfolge bei den Patient*innen, was auch an der abgestimmten interdisziplinären Zusammenarbeit liege. „Unser Ziel“, so Aderholz weiter, „ist die bestmögliche Genesung. Das funktioniert besonders gut, wenn Patient*innen im Programm eingebunden sind und eine starke Eigeninitiative mitbringen.“ Bei Martin Stockhausen gilt die Akutbehandlung seiner Darmkrebserkrankung als vorerst abgeschlossen, und er konnte nach Hause entlassen werden. „Ich freue mich wieder auf das normale Leben und auf meine Familie“, sagt er, das sei zunächst wichtiger als die Arbeit. Zu der möchte er jedoch auch wieder zurück, nach einer Reha-Maßnahme geht es wieder an die Aufgaben im Vertrieb. „Dafür“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Ralf Czymek, „wollen wir ihm aber alle nötige Zeit lassen.“