Akute Schmerzen, Druck oder Engegefühl in der Brust, Luftnot oder unklare Beschwerden im Brustbereich sind Warnzeichen, die immer ernst genommen werden sollten. Sie können auf lebensbedrohliche Erkrankungen wie einen Herzinfarkt, eine Lungenarterienembolie oder einen Einriss der Hauptschlagader hinweisen. In solchen Situationen zählt jede Minute: Je schneller die Ursache erkannt wird, desto früher kann die richtige Behandlung beginnen.
Für diese besonders zeitkritische Versorgung hält das Alexianer Klinikum Hochsauerland an den Standorten Karolinen-Hospital Hüsten und St. Walburga-Krankenhaus Meschede spezialisierte Brustschmerzeinheiten, sogenannte Chest Pain Units (CPU), vor. Die CPU am Karolinen-Hospital ist jüngst erneut von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DKG) zertifiziert und ausgezeichnet worden. Die Fachgesellschaft bescheinigt der Einheit damit die erfolgreiche Umsetzung der strengen Qualitätskriterien für DGK-ausgezeichnete Chest Pain Units. Grundlage sind unter anderem klar definierte medizinische Abläufe, eine spezialisierte personelle und technische Ausstattung sowie eine schnelle Diagnostik und Therapie bei Verdacht auf akute Herzerkrankungen.
„Die erneute Zertifizierung ist für unsere Patientinnen und Patienten ein wichtiges Qualitätsversprechen“, sagt Dr. med. Daniel Gießmann, Chefarzt der standortübergreifenden Klinik für Kardiologie am Alexianer Klinikum Hochsauerland. „Wer mit akuten Brustschmerzen zu uns kommt, kann sich darauf verlassen, dass die Abklärung nach klaren, überprüften Standards erfolgt – schnell, strukturiert und rund um die Uhr.“
In einer CPU werden Patientinnen und Patienten mit akutem oder unklarem Brustschmerz besonders engmaschig überwacht. Ziel ist es, gefährliche Ursachen wie einen Herzinfarkt schnell zu erkennen oder sicher auszuschließen. Dafür stehen moderne Diagnoseverfahren, erfahrene kardiologische Teams und standardisierte Behandlungspfade zur Verfügung. Bei Bedarf kann unmittelbar eine weiterführende Therapie eingeleitet werden.
„Gerade beim Herzinfarkt ist Zeit ein entscheidender Faktor“, betont Dr. Gießmann. „Unsere Teams in der Notaufnahme, in der Kardiologie, im Herzkatheterlabor und in der Pflege arbeiten deshalb Hand in Hand. Die Zertifizierung zeigt, dass diese Zusammenarbeit nicht nur eingespielt ist, sondern auch den hohen Anforderungen der Fachgesellschaft entspricht.“
Zu den Qualitätskriterien der DGK zählen unter anderem eine ausreichende Anzahl qualifizierter Fachärztinnen und Fachärzte sowie spezialisierter Pflegekräfte, definierte Prozesse bei der Aufnahme und Überwachung von Patientinnen und Patienten sowie die Verfügbarkeit eines Herzkatheterlabors. Die Einhaltung dieser Anforderungen wurde gegenüber unabhängigen Prüfern der DGK nachgewiesen.
Ein besonderer Vorteil für die Menschen in der Region: Das Alexianer Klinikum Hochsauerland bietet mit der standortübergreifenden Klinik für Kardiologie umfassende herzmedizinische Versorgungsangebote in Arnsberg und Meschede. An beiden Standorten wird eine CPU vorgehalten. Auch die Brustschmerzeinheit am Standort Meschede verfügt über eine entsprechende DGK-Zertifizierung. Damit stehen Patientinnen und Patienten im Hochsauerland an beiden kardiologischen Klinikstandorten geprüfte Versorgungsstrukturen für die schnelle Abklärung akuter Brustschmerzen zur Verfügung.
„Für uns ist entscheidend, dass die Menschen im Hochsauerland im Ernstfall wohnortnah und auf hohem fachlichem Niveau versorgt werden“, so Dr. Gießmann. „Die zertifizierten Chest Pain Units in Hüsten und Meschede sind ein zentraler Baustein unserer kardiologischen Notfallversorgung.“