Wenn die Neheimerin Lioba Cloer auf ihr ehrenamtliches Engagement angesprochen wird, dann hält sie sich gerne zurück. Ja, sie helfe, wo sie könne, aber stets sei es auch das Team, das ihre Arbeit unterstütze. Fakt ist: Seit Eröffnung des heutigen Alexianer St. Johannes Pflegezentrums in Neheim koordiniert und leitete Lioba Cloer die Einsätze der anderen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und unterstützte natürlich auch selbst regelmäßig in der Begleitung und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner. Die 86-Jährige hat bis zur Rente als kaufmännische Angestellte in einem Neheimer Betrieb gearbeitet – für ihre Hilfsbereitschaft und ihre Art, sich den Menschen zuzuwenden, wird sie sehr geschätzt. Mit einer Feierstunde im Pflegezentrum ist sie jüngst geehrt und aus ihren dortigen Verpflichtungen im Ehrenamt mit großem Dank verabschiedet worden.
„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, zwinkert Lioba Cloer bei der Abschiedsfeier im Kreis der Unterstützerinnen und Unterstützer ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Und sie hat noch einen großen Wunsch: „Ich möchte meinen Abschied nutzen, um neue Helferinnen und Helfer für das Haus zu gewinnen“, so Cloer. Über zwei Jahrzehnte hinweg ist die Einsatzbereitschaft von Lioba Cloer im Pflegezentrum gewachsen. In enger Abstimmung mit der Einrichtungsleiterin Monja Röttger und unterstützt durch ihr Team hat sie Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste der Kurzzeitpflege regelmäßig in der Woche aus den Zimmern zu einer geselligen Zusammenkunft eingeladen und abgeholt. Vorlesen oder Spiele spielen, aber auch Gespräche und Singen sind Bestandteil der Treffen, die im Pflegezentrum für eine weitere Abwechslung sorgen. Unterstützt wurde und wird gerne auch bei Ausflügen und Festen im Haus. „Darüber hinaus gibt es auch eine Einzelbetreuung in Form persönlicher Gespräche“, so Cloer. Man habe ihnen bei Besuchen zugehört und sie von früher erzählen lassen. Während der Corona-Pandemie hat es einen Einschnitt in der Arbeit gegeben – aber aktuell existiert wieder eine aktive Gruppe.
Zu ihrer christlich motivierten Arbeit gehörte auch, einmal im Monat einen Gottesdienst für die Bewohnerinnen, Bewohner und Gäste im Pflegezentrum vorzubereiten. „Da ist eine große Gemeinschaftsarbeit in der Vorbereitung nötig“, erklärt Lioba Cloer und weiß, dass sie sich für die Vor- und Nachbereitung stets auf bis zu fünf Ehrenamtliche stützen konnte. Und diese fleißigen Ehrenamtlichen habe sie vor allem durch stetige persönliche Ansprache gewinnen können. Das Engagement von Lioba Cloer ist nicht unbeachtet geblieben: Im Juli 2025 ist ihr Tun als Beispiel guter Praxis im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements in der Seniorenarbeit im Regierungsbezirk Arnsberg – so die offizielle Bezeichnung – gewürdigt worden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann überreichte Lioba Cloer bei einer Feierstunde in der Stadt Arnsberg eine Urkunde und sprach ihr seinen Dank im Namen der Landesregierung aus.
Über diese Auszeichnung hat sich auch die Leiterin des Pflegezentrums, Monja Röttger, sehr gefreut, die die zusätzliche Unterstützung in ihrem Haus zu schätzen weiß. „Ehrenamtliche helfen und leisten dabei noch eine andere Art von Betreuung“, weiß Röttger. Sie kämen ins Haus mit einer anderen Motivation und Gelassenheit, und sie seien auch vom Alter her näher an den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Gästen. Dabei genießt die Betreuung und Begleitung der Menschen außerhalb der pflegerischen Versorgung im Pflegezentrum einen großen Stellenwert. „Wir beschäftigen alleine in diesem Bereich neun Mitarbeitende, die nichts anderes tun, als die sozialen Kontakte zu pflegen und zu stärken“, beschreibt Monja Röttger. Die Aufgaben im Haupt- sowie im Ehrenamt fänden im Haus eine gute Ergänzung. „Wir freuen uns über den schönen Zusammenhalt zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen und sind sehr ehrlich miteinander“, lobt die Leiterin.
Von der eingespielten Zusammenarbeit profitieren die Bewohnerinnen und Bewohner – und der gute Ruf des Alexianer St. Johannes Pflegezentrums: Plätze im Haus sind nicht nur aufgrund der günstigen Lage in direkter Citynähe begehrt und gut nachgefragt. Die Arbeit der Ehrenamtlichen leistet ihren Beitrag, jeden Montag trifft sich die Gruppe im Pflegezentrum zur Absprache. Mut machen und gemeinsam das Erlebte verarbeiten hilft allen, die Kraft für ihre Arbeit zu erhalten. Wer den ehrenamtlichen Einsatz im Pflegezentrum unterstützen möchte, ist herzlich willkommen. Interessierte können sich weiterhin bei Lioba Cloer (Tel. 02932 21652) oder Einrichtungsleitung Monja Röttger (Tel. 02932 980 251001) melden.