Schwerpunkt Onkologische Chirurgie

Die Behandlung des Darmkrebses ist eines der Hauptgebiete der chirurgischen Krebsbehandlung in der Klinik. Aber auch alle anderen Tumoren des Bauchraums und der Weichteile werden interdisziplinär behandelt und möglichst schonend für die Patienten operiert. Auch durch die enge Zusammenarbeit mit der Urologischen Abteilung und der Gynäkologischen Abteilung werden Tumore, die die Organgrenzen überschreiten sicher und kompetent operiert.

Darmkrebs, Speiseröhrentumore, Magenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs werden in unserer Klinik in der Regel minimalinvasiv operiert. Dadurch wird die standardisierte Krebsoperation mit der maximalen Schonung des Patienten ausgeführt. Komplikationsraten und Sterblichkeit lassen sich auf ein Minimum senken.

Die Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie und Minimalinvasive Chirurgie ist maßgeblicher Kooperationspartner des Darmkrebszentrums Arnsberg und führt bis auf kompliziertere Operationen an der Lunge alle Operationen wegen Darmkrebs oder Metastasen aus.

Lebermetastasen und primäre Lebertumore werden hier seit langem mit verschiedensten Operationsverfahren therapiert. Neben der minimalinvasiven oder konventionellen Entfernung der Metastasen ist die Radiofrequenzablation minimalinvasiv oder konventionell möglich. Auch das Einlegen von Kathetern in die Leberarterie zur regionalen Chemotherapie wird bei uns durchgeführt.

In unserer Klinik ist auch die Behandlung von Patienten mit Bauchfellmetastasen durch die intraperitoneale hypertherme Chemotherapie (HIPEC) seit 2012 etabliert. Seitdem kann auch Patienten mit diesen Metastasen eine wirkliche Therapieoption angeboten werden, wenn das Grundprinzip, die komplette Krebsfreiheit nach der Operation, eingehalten werden kann. Etwa bei 25 % der mit Peritonektomie und HIPEC behandelten Patienten mit Darmkrebs kann eine langfristige Metastasenfreiheit erreicht werden. Dieses Ergebnis übertrifft alle anderen Therapieoptionen. Auch bei Patienten mit Eierstockkrebs sind die Ergebnisse der Peritonektomie mit HIPEC überzeugend. Nicht ganz so gute Ergebnisse sind leider bei Bauchfellmetastasen eines Magenkrebses zu erreichen. Dagegen kann ein Pseudomyxoma peritonei in einem frühen Stadium komplett durch die HIPEC geheilt werden. Bei langsam wachsenden Bauchfellmetastasen, bei denen es zu einer Bauchwassersucht kommt, können die Metastasenverkleinerung und die Chemotherapie zu einer Besserung der Symptomatik führen.

Unsere Klinik war eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, die die Hochdruck-Aerosol-Chemotherapie (PIPAC) bei Patienten angewendet hat, bei denen eine vollständige Entfernung der Metastasen aus dem Bauchfell nicht mehr gelingt oder nicht sinnvoll ist, weil andernorts weitere Metastasen verbleiben. Diese Therapie kann das Wachstum der Peritonealmetastasen stoppen und in seltenen Fällen sogar eine komplette Rückbildung der Bauchfellmetastasen bewirken. Wichtig ist aber, dass diese Therapie nicht erst bei der Entwicklung eines Darmverschlusses vorgenommen wird, sondern bereits bei frühem Befall, möglichst mit einer zusätzlichen systemischen Chemotherapie, beginnt. Dabei wird die PIPAC bei uns durchgeführt und die Chemotherapie führt der behandelnde Onkologe heimatnah durch. Um die entsprechenden Absprachen kümmern wir uns selbstverständlich.

Bei Fragen zu diesen Therapien sind wir selbstverständlich jederzeit für Sie da.