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17.10.2019 18:00 - 20:00 Uhr

Infoabend Schlaganfall – Neues Behandlungsverfahren bei schweren Schlaganfällen

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Umfassende Informationen rund um die Themen Vorbeugung, Therapie und Rehabilitation bei Schlaganfall bietet das Klinikum Hochsauerland am 17.10. in Arnsberg-Hüsten im Karolinen-Hospital Hüsten.

Laut einer verlässlichen Studie gibt es in Deutschland rund 200.000 Erstschlaganfälle und wahrscheinlich 60 bis 70.000 Wiederholungsschlaganfälle - ebenso Jugendliche bis zu Patienten im hohen Alter. Ausgelöst wird er, wenn ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verstopft oder ein Blutgefäß im Gehirn "platzt". Dann entsteht ein Sauerstoffmangel im Gehirn, wodurch bereits nach wenigen Minuten Gehirnzellen absterben, sagt Priv.-Doz. Dr. Armin Buss, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Klinikum Hochsauerland. Die Folgen sind fatal: Rund 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten sterben innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Rund die Hälfte der überlebenden Schlaganfall-Patienten bleibt ein Jahr nach Ereignis dauerhaft behindert und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Doch Dr. Buss macht anlässlich des bevorstehenden Welt-Schlaganfalltages aber auch Hoffnung: Wer schnell in einer spezialisierten Klinik mit Schlaganfallstation behandelt wird, kann die Krankheit mit besseren Prognosen und oft ohne bleibende Schäden überstehen.

Stroke-Unit sichert die Schlaganfall-Versorgung

Allein im ersten Quartal 2019 wurden in der Stroke Unit des Klinikums Hochsauerland mehr als 250 Schlaganfälle und flüchtige Durchblutungsstörungen behandelt. Im letzten Jahr haben wir im Schnitt täglich 2–3 neue Schlaganfälle pro Tag aufgenommen. Für Schlaganfall-Patienten der Region steht in Arnsberg die sogenannte Stroke-Unit, also eine spezielle fachübergreifende Schlaganfalleinrichtung zur Verfügung. Der gesamte Behandlungsprozess ist hier auf die schnelle Diagnose und zielgerichtete Behandlung des Schlaganfalls ausgerichtet. Ziel ist, die Durchblutung im Gehirn so schnell wie möglich wiederherzustellen. Ist die Ursache des Schlaganfalls ein Gerinnsel in einem hirnversorgenden Blutgefäß, versuchen die Mediziner dieses in der Regel mit einer medikamentösen Therapie (Lyse) aufzulösen. Dies ist jedoch nur in einem Zeitfenster von rund viereinhalb Stunden nach den ersten Symptomen möglich. Auch darf das Gerinnsel eine gewisse Größe nicht überschreiten. Im Fall eines Schlaganfalls sollte daher möglichst ein Krankenhaus mit einer Stroke-Unit aufgesucht werden. „Am besten mit dem Rettungsdienst, da uns dieser vorab informiert und wir schon bereit stehen, wenn der Patient kommt. Das bietet Zeitgewinn.“ Dennoch weißt Dr. Buss „Patienten werden primär über die Notaufnahme auf die Schlaganfallstation aufgenommen. Hierbei ist das Team der Stroke-Unit bereits involviert, sodass kein Zeitverlust entsteht. Andere Kliniken geben uns telefonisch Bescheid, wenn Patienten geschickt werden. Denn der Rettungsdienst im HSK funktioniert gut und die Teams in der Notaufnahme sind erfahren.“

Zeit ist Hirn: Bei ersten Symptomen den Notarzt rufen

Voraussetzung für die bestmögliche Genesung ist aber immer, dass die Betroffenen möglichst schnell nach den ersten Symptomen im Krankenhaus eintreffen. "Wer hängende Mundwinkel, eine halbseitige Lähmung oder Sprachprobleme spürt, sollte nicht abwarten bis sich die Beschwerden von alleine bessern oder Verwandte anrufen, sondern sofort den Notarzt", empfiehlt Dr. Buss.

Fachleute informieren aus erster Hand in Arnsberg-Hüsten

Umfassende Informationen rund um die Themen Vorbeugung, Therapie und Rehabilitation bei Schlaganfall bietet das Klinikum Hochsauerland am 26.09. in Arnsberg-Hüsten.

Vortragsthemen sind:

  • Welche Schlaganfall-Warnsignale sollte jeder kennen?
    Dr. med. Dominik Karl Wessely, Oberarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Hochsauerland
  • Fachübergreifende Schlaganfallbehandlung in der Stroke Unit - moderne Therapieverfahren der Thrombektomie PD Dr. med. Armin Buss, Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Hochsauerland

Im Anschluss an die Vorträge stehen die Fachleute für individuelle Fragen zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

  • Termin: 17. Oktober 2019, 18:00 – ca. 20:00 Uhr
  • Ort: Karolinen-Hospital Hüsten, Mitarbeiter-Caféteria (Eingang rechts vor dem Haupteingang), Stolte Ley 5, 59759 Arnsberg-Hüsten

Ergänzende Informationen:

Ursachen: Was passiert bei einem Schlaganfall?

Ausgelöst wird ein Schlaganfall, wenn ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verstopft oder ein Blutgefäß im Gehirn reißt. Beiden gemeinsam ist, dass es zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn kommt - und damit zum Ausfall der Steuerung von Organen und Körperfunktionen. Dauert die Unterversorgung mit Sauerstoff an, können bleibende Behinderungen die Folge sein, im schlimmsten Fall sogar der Tod. Bei rund 80 Prozent der Betroffenen kommt es zu einer Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel.

Symptome: Woran erkennt man einen Schlaganfall?

Typische Anzeichen für einen Schlaganfall sind akut auftretende Symptome wie z.B. Bewusstseinsstörungen, Taubheitsgefühl, halbseitige Lähmungen und Ausfallerscheinungen des Sprech- oder Sehvermögens, erläutert Privat Dozent Dr. Armin Buss, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Hochsauerland.

Erste Maßnahmen bei einem Schlaganfall

Wer bei sich oder einer anderen Person diese Anzeichen bemerkt, sollte nicht zögern und über die 112 sofort den Rettungsdienst rufen, den Schlaganfallverdacht äußern und die Symptome schildern. Denn bei einem Schlaganfall gilt: Je schneller der Hirninfarkt behandelt wird, desto besser ist die Prognose für den Patienten. Die Anzeichen eines Schlaganfalls zu erkennen und schnell zu reagieren, ist daher sehr wichtig so Dr. Buss.

Möglichkeiten der Vorbeugung

Viele Schlaganfälle könnten vermieden werden, ist Dr. Buss überzeugt. Zur Vorbeugung empfiehlt Dr. Buss eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, den Verzicht aufs Rauchen und vor allem die regelmäßige Kontrolle der wichtigsten Risikofaktoren. Zu den großen Risiken zählen Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, zu hohe Blutfettwerte sowie das gefährliche Vorhofflimmern, eine oft unbemerkte Herzrhythmusstörung.