Fortbildung in der Medizinischen Klinik

Ausbildungsziel

Umfangreiche, sachlich fundierte solide Ausbildung von medizinischen Basis- und Schwerpunktkenntnissen, theoretischen und praktischen Fähigkeiten, die den Auszubildenden befähigen, kompetent akutmedizinisch und intensivmedizinisch erkranke Patienten sicher zu versorgen.

Angebot der Rotation in die Schwerpunktabteilungen der Inneren Medizin im Klinikum Hochsauerland, um den Auszubildenden einen möglichst breiten Überblick über die Innere Medizin zu ermöglichen.

Jeder Auszubildende soll individuell die Möglichkeit haben, sich persönlich wie fachlich weiterzubilden in dem zeitlichen Rahmen, der für ihn optimal ist. Neben dem Engagement der Weiterbildungsbefugten Ärzte, ist die Bereitschaft und das Engagement der Auszubildenden selbst erforderlich, um den gewünschten Ausbildungsziel zu erreichen.

Basisweiterbildung (36 Monate)

Die Basisweiterbildung im Klinikum Hochsauerland orientiert sich an den Vorgaben der jeweils aktuellen Weiterbildungsordnung und ist vergleichbar an allen drei Standorten organisiert.

Im Rahmen der Einarbeitungszeit (ca. 3 – 6 Monate) werden die grundlegenden Kenntnisse in der Ätiologie, Pathogenese, Epidemiologie, Symptomatologie, Diagnostik, Differentialdiagnose und Therapie von Erkrankungen in der Inneren Medizin vermittelt. Hier erfolgt die Einarbeitung in die stationäre Versorgung und die Notfallaufnahme. Hierzu gehören auch die für die Ableistung der Bereitschaftsdienste erforderlichen Kenntnisse der Notfallmedizin, der Röntgendiagnostik des Thorax und des Abdomens sowie der orientierenden Ultraschalluntersuchung der Organe des Abdomens und der Pleura.

Allgemein versorgt ein Assistenzarzt 8 – 15 Patienten (je nach Ausbildungsstand), auf der Intensivstation entsprechend weniger. Ein typischer Arbeitstag beginnt mit der Morgenbesprechung, um über Neuaufnahmen oder Probleme während der Nacht zu sprechen und den aktuellen Tag zu planen. Es folgen Blutentnahmen, Visiten, Aufklärungsgespräche, Angehörigen- und Patientengespräche. Einmal pro Tag erfolgt eine Röntgenbesprechung mit anschließender Intensivvisite und Kurvenvisite auf der Station. Einmal pro Woche findet eine interdisziplinäre Tumorkonferenz statt, an der die Weiterbildungsassistenten teilnehmen. Alle zwei-drei Wochen finden interne Weiterbildungen zur Implementierung von Leitlinien und evidenzbasierter Medizin in den klinikinternen Abläufen aber auch zur Besprechung wissenschaftlicher Neuerungen statt. Die Auszubildenden selber sind aufgefordert abgestimmte Themenfelder incl. Diagnostik und möglichen Maßnahmeplänen selbständig zu erarbeiten und vorzustellen. Das dient der Vorbereitung auf die Facharztprüfung und fördert nebenbei die Kommunikationsfähigkeit sowie die Sprachfähigkeit (bei ausländischen Kollegen).

Basisweiterbildung (36 Monate): Konkrete Tätigkeiten im 1. WB-Jahr

Konkrete Tätigkeiten im 1. WB-Jahr (unter Supervision durch einen Facharzt, i. d. R. Oberarzt oder Chefarzt):

  • Tätigkeit als Aufnahme- und Stationsarzt
  • Erlernen der Grundlagen in Anamnese, klinischer Untersuchung und sich daraus ergebener diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen
  • Erkennen von akuten Notfällen einschließlich lebensrettenden Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung
  • Erlernen von Injektions-und Punktionstechniken, Legen von Verweilkanülen
  • Beurteilung von typischen und häufigen internistischen Krankheitsbildern einschließlich der Befundung von EKG´s, Röntgenbildern und Laborkonstellationen
  • Erlernen der Indikationsstellung für Röntgen, Labor und allen apparativen Untersuchungen in der Klinik
  • Ausarbeitung von Diagnostik- und Therapieplänen
  • Erkennung und Behandlung von nichtinfektiösen, infektiösen, toxischen und neoplastischen sowie von allergischen, Immunologischen, metabolischen, ernährungsabhängigen und degenerativen Erkrankungen bei Patienten verschiedener Altersgruppen
  • Vermittlung der Kenntnisse, die für die Beherrschung der Notfallsituationen erforderlich sind (z. B. Intubation, Reanimation am Phantom etc.)
  • Pflichtrotation für 2 Wochen auf die Interdisziplinäre Intensivstation vor Aufnahme der Bereitschaftsdiensttätigkeit
  • Einarbeitung in die Sonographie, Ergometrie, Langzeit-Blutdruckmessung, Langzeit-EKG

Basisweiterbildung (36 Monate): Konkrete Tätigkeiten im 2. WB-Jahr

Konkrete Tätigkeiten im 2. WB-Jahr (unter Supervision durch einen Facharzt, i. d. R. Oberarzt oder Chefarzt):

  • Einführung in die Befundung von Lungenfunktionstest. Unterweisung in die Indikationsstellung, Durchführung und Bewertung von standardisierten Belastungstests, insbesondere Ergometrie
  • Stationsarzttätigkeit, Indikationsstellung für sozialmedizinische Fragestellungen wie Pflegeeinstufung, Reha- Anträge, Schwerbehinderteneinstufung und Antragsverfahren
  • Intensivmedizinische Ausbildung für 6 Monate auf der interdisziplinären Intensivstation
  • Festigung der im ersten Ausbildungsjahr erlernten sonographischen Fähigkeiten, insbesondere der selbständigen abdominellen- und Schilddrüsensonographie, Ausbildung in der Duplexsonographie der arteriellen und venösen Gefäße üDuplexsonographie der Carotiden sowie Bauchgefäße
  • Punktionen (Leber, Lumbalpunktionen, Knochenmark, Pleura, Aszitespunktion, arterielle Punktionen)
  • Erarbeitung Gutachten im Zusammenarbeit mit dem Chefarzt der Abteilung
  • Intensivieren der symptombezogenen Diagnostik, z. B. Hypertoniescreening, Differentialdiagnostik
  • Erkennen ernährungsbedingter Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung sowie Beratung und Schulung
  • Rektoskopie bzw. Mitwirkung bei Koloskopien
  • Lokalanästhesien einschl. der Einführung in allgemeine Maßnahmen der Schmerztherapie

Basisweiterbildung (36 Monate): Konkrete Tätigkeiten im 3. WB-Jahr

Konkrete Tätigkeiten im 3. WB-Jahr (unter Supervision durch einen Facharzt, i. d. R. Oberarzt oder Chefarzt):

  • Vervollkommnung der gewonnenen Kenntnisse bis zur sicheren Beherrschung
  • Erlernen von Basiskenntnissen der Gastroskopie und Koloskopie
  • Erlernen von Basiskenntnissen der Echokardiographie und Herzschrittmacherkontrollen
  • Sichere Gesprächsführung mit Patienten und Angehörigen
  • Durchführung und Dokumentation von Diabetikerbehandlungen
  • Erwerb von Kenntnissen in den geriatrisch diagnostischen Verfahren zur Erfassung organbezogener und übergreifender motorischer, emotioneller und kognitiver Funktionseinschränkungen
  • Ggfs. Kurse für Psychosomatik und Allgemeinmedizin 

Kenntnisse in der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden sowie der Führung von Angehörigengespräche können durch Hospitationen auf der Klinikinternen Palliativstation erworben werden.

Weiterbildung Arzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Konkrete Tätigkeiten im 4. Weiterbildungsjahr (unter Supervision durch einen Facharzt, i. d. R. Oberarzt oder Chefarzt):

  • Intensivierung der Erfahrungen und Betreuung von Patienten mit gastroenterologischen Krankheitsbildern
  • Weitere Einarbeitung in die Sonografie mit Anleitung in der Kontrastmittelsonografie
  • Assistenz und Durchführung sonografisch-gesteuerter Interventionen (Pleurapunktion und –drainagen)
  • Erlernen der Oesophagogastroduodenoskopie

Konkrete Tätigkeiten im 5. Weiterbildungsjahr (unter Supervision durch einen Facharzt, in der Regel Oberarzt oder Chefarzt):

  • Vertiefung der Erfahrung bei Patienten mit gastroenterologischen Krankheitsbildern
  • Selbstständige Durchführung interventioneller sonografischer Leistungen
  • Selbstständige Durchführung von Kontrastmittelsonografie
  • Selbstständige Durchführung der Oesophagogastroduodenskopie
  • Erlernen und Vertiefen der Durchführung der Coloskopie
  • Einarbeitung in der Durchführung der ERCP
  • Einarbeitung in der Durchführung der Endosonografie
  • Erlernen der gastroenterologischen Funktionsdiagnostik

Konkrete Tätigkeiten im 6. Weiterbildungsjahr (unter Supervision durch einen Facharzt, in der Regel Oberarzt oder Chefarzt):

Vertiefung der bisher gemachten Erfahrungen, insbesondere auch in ERCP, Endosonografie und Interventionen

Rotationen

Kern der strukturierten Weiterbildung am Klinikum Hochsauerland ist die Rotation in die einzelnen Bereiche der jeweiligen Abteilung. Dem Weiterbildungsassistenten ist rotationsabhängig ein spezieller Oberarzt bzw. Funktionsoberarzt als fester Ansprechpartner zugeordnet. Der Rotationszeitraum dauert in der Regel 6-12 Monate, die Rotationen erfolgen innerhalb der internistischen Fachkliniken am Standort in der (Not-)aufnahme, der Intensivstation sowie den Funktionsbereichen.

Standortübergreifend ist eine Rotationsphase von mindestens 6 Monaten vorgesehen, wenn der Auszubildende organisatorisch den spezifischen Bereichen wie der Kardiologie, der Hämatologie und Onkologie, der Angiologie, der Geriatrie sowie der Gastroenterologie zugeordnet ist.

Eine Rotation für je 6 Monate in die Innere bzw. Kardiologie sind verpflichtend. Je nach individueller Präferenz kann auf Wunsch auch eine Rotation in eine weitere Fachabteilung erfolgen.

So kann gewährleistet werden, dass der Auszubildende neben dem spezifischen Wissen in der Schwerpunktabteilung allgemein internistisches Basis-Wissen erlangt und den geforderten Leistungskatalog auch erfüllen kann.

Wann und wohin der Auszubildende rotiert, wird individuell im Rahmen der halbjährlichen Perspektivengespräche mit dem Auszubildenden abgestimmt und festgelegt. Individuelle Interessen und Präferenzen der Auszubildenden sollen dabei möglichst berücksichtigt werden.

Evaluationen/ Perspektivengespräche

Neben den regelmäßig stattfindenden Evaluationen durch die Ärztekammer, erfolgen auch intern regelmäßig Feedbackgespräche zur Qualität der Weiterbildung. Die Auszubildenden werden 1x jährlich anonym über die Personalentwicklung befragt, aber auch im Rahmen der halbjährlich stattfindenden Perspektivengespräche aktiv zu einem Feedback bzgl. der Qualität der Weiterbildung in unserem Haus aufgefordert.

Inhalt der Perspektivengespräche:

  • Rückblick auf das vergangene Halbjahr (Aufgabenbereich, Fortbildungen, durchgeführte Untersuchungen und spezifische diagnostische Maßnahmen etc.)
  • Vergleich mit dem letzten Perspektivengespräch/ Weiterbildungsplan (alles umgesetzt/ was blieb offen)
  • Was lief gut / Was hätte besser laufen können (Aus Sicht des Auszubildenden sowie WB-Befugten)
  • Bei ausländischen Ärzten: Evaluation des Sprachkurses (C1 Qualifikation erreicht?)
  • Aktueller Weiterbildungsstand
  • Ziele für das nächste halbe Jahr bzw. langfristige Zielsetzung
  • Vereinbarung konkreter Maßnahmen und Ziele

Die Gespräche werden durch den Personalentwickler dokumentiert, vereinbarte Maßnahmen, wie z. B. Fortbildungen angestoßen und verfolgt. Der Auszubildende sowie der Weiterbildungsbefugte erhalten jeweils eine Kopie des Dokumentes, welches als Basis für die nächsten Perspektivengespräch genutzt wird. 

Einarbeitung

Die ersten 3 bis 6 Monate gelten als Einarbeitung. Dieser Zeitraum kann sich je nach Ausbildungsstand des Auszubildenden verkürzen oder auch verlängern.

Im Rahmen der Einarbeitung wird für den Auszubildenden die Teilnahme an folgenden begleitenden Maßnahmen angestrebtt:

  • Begrüßungstag (Informationen über das Klinikum, Ansprechpartner, Unterweisungen in Bereich Arbeitssicherheit, Brandschutz, Hygiene, Datenschutz, IT-Landschaft)
  • Begrüßungstag Teil 2: Einführung in Medico, Transfusionskunde, Unterweisung Strahlenschutz, Unterweisung in die Technischen Geräte nach Medizingerätegesetz
  • Grundkurs Sonographie
  • Strahlenschutzkurs Grund- und Spezialkurs
  • Einführungskurs Intensivmedizin (z. B. AIM Arnsberg)
  • Reanimationskurse durch Anästhesisten
  • Kommunikationskurse Patienten-und Angehörigengespräche
  • Sprachkurse für ausländische Ärzte
  • Ggfs. Arztbriefschreibung

Fortbildung

Ergänzend zu den Kursen im Rahmen der Einarbeitung bieten wir den Auszubildenden je nach Interesse die folgenden Seminare an:

  • Ultraschall-Grundkurs: Abdomen, Retroperitoneum (einschl. Nieren) sowie Thoraxorgane, Schilddrüse (z. B. ÄKWL)
  • Ultraschall-Grundkurs (interdisziplinär): Gefäßdiagnostik – Doppler-/Duplex-Sonographie (z. B. ÄKWL)
  • Ultraschall-Aufbaukurs: Gefäßdiagnostik – Duplex-Sonographie (einschl. Farbkodierung) in Kombination mit CW-Doppler – extrakranielle hirnversorgende Gefäße (z. B. ÄKWL)
  • Ultraschall-Aufbaukurs: Gefäßdiagnostik – Duplex-Sonographie (einschl. Farbkodierung) in Kombination mit CW-Doppler – extremitätenver-/ entsorgende Gefäße
  • Herzschrittmacherkurse
  • Kommunikation Arzt-Patient-Angehöriger in schwierigen Situationen

Weitere Kurse werden je nach Unterstützungsbedarf des Auszubildenden individuell im Rahmen der Perspektivengespräche festgelegt.

Perspektive Entwicklungsmöglichkeiten

Grundsätzlich hat jeder Assistenzarzt die Möglichkeit in ein besonderes Förderprogramm aufgenommen zu werden, z. B. wenn im Rahmen einer Nachfolgeplanung das Potenzial besteht eine Oberarztfunktion wahrzunehmen.

Dazu werden individuell, je nach Ausbildungsstand des Arztes, spezielle Maßnahmen abgeleitet, die den Arzt befähigen sollen sich peux à peux in die neue Funktion einzuarbeiten. Z. B. über die Entwicklungsstufe eines Funktionsoberarztes.

Parallel zur horizontalen Entwicklung sind Spezialisierungen möglich, z. B. durch den Erwerb von DEGUM Qualifikationen, Palliativ-Weiterbildungen, Spezielle Schmerztherapie etc.